1999 war Nocturne eines dieser Spiele, die sich einfach anders angefühlt haben. Eine düstere Mischung aus Horror, Film Noir, Pulp und schwarzem Humor, irgendwo zwischen X-Files, Hellboy und einem Groschenroman auf Steroiden. Als „Stranger“ jagt man Vampire, Werwölfe und andere Kreaturen durch stimmungsvoll inszenierte Schauplätze – und das Ganze mit einer gehörigen Portion absurdem Charme.
Warum sollte man Nocturne heute noch einmal installieren? Weil es eine Atmosphäre besitzt, die viele moderne Spiele trotz aller Technik kaum reproduzieren. Dunkle Straßen, groteske Monster, vorgerenderte Kulissen, harte Sprüche und diese wunderbar überdrehte 90er-Horrorästhetik. Dazu kommt eine Inszenierung, die damals technisch beeindruckend war und sich stark an klassischen Horrorfilmen orientierte.
Nocturne ist sicher nicht perfekt gealtert – Steuerung, Kamera und manche Designentscheidung können heute ordentlich Nerven kosten. Aber genau deshalb lohnt sich der Blick zurück: Was hat dieses Spiel 1999 so besonders gemacht, und steckt davon heute noch etwas drin?
